Reise nach Sahagún vom 17. bis 22. Juli 2009
Nachdem unsere Spendenaktion sehr erfolgreich verlaufen ist, und das haben wir nur Ihnen zu verdanken, packten wir am Nachmittag des 17. Julis eine Tonne in unseren Transporter. Zuerst haben wir das gespendete Futter und die Leckerlies verstaut. Denn das wird in Sahagún am dringendsten benötigt. Danach wurden Decken, Näpfe, Körbchen aus Plastik und Stoff, Bettwäsche, Handtücher, Teppichboden, Fußmatten, Medikamente, Geschirre, Halsbänder und Leinen verladen. Alles sollte mit.
ABER, es passte bei weitem nicht alles in den Laderaum. (Wir werden den Rest bei einem späteren Transport nach Sahagún bringen.)
Nachdem alles gut verpackt war, die Verpflegung für die Fahrer durfte nicht fehlen, fuhren wir gegen Abend Richtung Spanien, dem Sonnenuntergang entgegen.
Wir machten des Öfteren Pause, denn die wunderschönen Raststätten in Frankreich luden zum verweilen ein. Es sind richtige Parks, die sonntags von den Bewohnern der Umgegend als Ausflugsziel genutzt werden.
Über die Pyrenäen quälte sich der voll beladene Transporter, schwer ächzend die Serpentinen hinauf. Doch dann, in den weiten, trockenen Ebenen von Kastilien brummte er munter und fröhlich vor sich hin.
Nach 21 Stunden kamen wir nach 1900 Kilometern Fahrt, am Nachmittag des 18. Julis, in Sahagún an.
Wolfgang fuhr die meiste Zeit den Transporter. Ich saß daneben und hielt ihn mit Kaffee, Cola, belegten Broten und Schokolade bei Laune. So waren wir beide am Zielort noch recht fit.
Sahagún ist eine kleine Stadt, mit ca. 17.000 Einwohnern. Uns fiel auf, dass sich sehr viele Pilger, die den Jakobsweg gehen, dort aufhalten.
Das Tierheim, wenn man es so nennen will, war, mit etwas Glück, schnell gefunden.
Monica, Josu und Pilli waren bereits vor Ort und auch ein Freund der beiden, Salva, der sehr gut deutsch spricht, warteten bereits auf uns.



Wir wurden freudig begrüßt und sehr herzlich aufgenommen.
Da man im Tierheim keine Möglichkeit hat, etwas zu lagern, fuhren wir in die Stadt, zu Monicas Mutter. Sie verfügt in ihrem Haus über eine Halle, wo wir die Kartons ausladen konnten.






Monica fing an zu weinen, als sie sah, was wir alles aus dem Transporter luden. Es waren Tränen der Freude, Tränen der Ungläubigkeit, Tränen der Überwältigung. Sie konnte nicht glauben, dass es so viele Menschen in Deutschland gibt, die sich Sorgen um ihre armen Schützlinge machen. Die alle wollen, dass es den Hunden besser geht. Dass sie ein würdiges Leben haben, bis sie nach Deutschland ausreisen dürfen. Die nun gemeinsam, mit uns, um eine Veränderung kämpfen werden. Monica hat bisher 2 Hunde im Jahr vermittelt. Sie erzählte uns, sie hätte nicht glauben können, als sie die Liste von uns bekam, wie viele Hunde wir auf die Rückreise nach Deutschland mitnehmen. Viele von ihnen hätten ansonsten bis zu ihrem Tod in diesem Elend verbringen müssen. In Spanien hätten sie nie eine Chance auf Vermittlung gehabt. Monica hat das Tierheim vor drei Jahren von einer älteren Dame übernommen. Sie hat das schwere Erbe angetreten.
Aber auch Pilli, die gute Seele des Tierheims, die schon seit über 20 Jahren die Hunde versorgt, fing an zu weinen. Auch sie schaute ungläubig auf die Kartons.
Pilli erzählte unter Tränen: „Nie hat sich jemand um das Tierheim gekümmert, nie hat jemand geholfen, die Zustände dort zu verbessern, nie hat jemand den Tieren etwas gutes getan.“
Und nicht zu vergessen… Josu, Monicas Mann. Er stand ganz still da, schaute über die Kartons und das Glück, das seiner geliebten Monica begegnet war, spiegelte sich auf seinem Gesicht wider.
Auch Monika Pfeiffer und ich fingen an zu weinen. Wir waren überwältigt von der Freude dieser Menschen. Denen die Tiere so sehr am Herzen liegen. Die sich verloren fühlten, im Kampf um ein bisschen besseres Leben für ihre Hunde. Die nun wieder Hoffnung schöpfen, die daran glauben, dass Hundeherzen, gemeinsam mit den Menschen in Deutschland, hier zukünftig etwas verändern wird. Es wird ein langer, schwerer Weg werden.
Wir hoffen, nein wir wissen, SIE gehen diesen Weg mit uns gemeinsam, indem Sie weiterhin die Albergue Sahagùn unterstützen.
Futter ist vorrangig das wichtigste!
Aber Geld wird noch viel dringender benötigt!
Wir müssen Baumaterialien, Zäune, Dachziegel, Elektromaterial, Fenster, etc. kaufen. Alles was man für den Bau eines richtigen Tierheims benötigt.
Damit dieses „Tierheim“ endlich den Namen Tierheim verdient. Damit vorne irgendwann ein Schild hängt mit den Buchstaben „ALBERGUE SAHAGÙN“
Am Dienstagmorgen, dem 21. Juli haben wir die Hunde für die Reise nach Deutschland in den Transporter verladen. Dank der Klimatisierung war auch eine Fahrt durch die Mittagshitze möglich.
Nach endlos langen 19 Stunden Fahrt kamen wir in Maintal an und wurden schon freudig von den neuen Eltern der Hunde erwartet.
Es waren erlebnisreiche und anstrengende fünf Tage. Aber dafür, diese Menschen in Sahagún, Monica, Josu und Pilli, glücklich zu machen, hat sich die Fahrt gelohnt.
Wolfgang, Margit und Monika